Vor einigen Jahren hatte ich mehrere dicke Fichtenbalken und -bretter und ein einfaches Lattenrost von einer alten Hochebene übrig. Die Balken waren zu dick zum Aufheben und die Bretter wollte ich eigentlich auch lieber schnellstmöglich verarbeiten und weghaben. Deshalb entschied ich mich, sowas wie einen Pflanztisch zu bauen und dabei alle möglichen handwerklichen Techniken auszuprobieren.

Als erstes brachte ich die dicken Balken mit meiner Bosch GKS 55 Handkreissäge und Führungsschiene auf einen quadratischen Querschnitt. Dazu musste ich von beiden Seiten die Balken einsägen, weil ich mit der Säge und Führungsschiene nur ca 50 mm tief sägen kann. Aus den abgesägten Stücken sollten die Zarge für den Tisch entstehen. Die Verbindungen wollte ich mit Zapfen und Zapflöchern herstellen. In der ersten Bauphase blieb es dann aber auch beim Wollen. Ich hatte alles angezeichnet und musste die Arbeit unterbrechen.

Nachdem der Leim getrocknet war, machte ich mich schon mal daran, mit der Kreissäge eine Tropfkante einzusägen. Das war es dann aber auch schon wieder mit den Arbeiten am Tisch und ich musste die verleimte Tischplatte und die Beine erst einmal in unserem Keller verstauen. Durch die Feuchtigkeit wölbte sich die Tischplatte erheblich, so dass ich sie zwischen zwei anderen Holzplatten lagerte und die Wölbung dadurch minimierte.


Bei der ersten Passprobe stellte ich an einigen Stellen jedoch fest, dass sich im Laufe der Jahre eine Menge Messfehler eingeschlichen hatten. Viele der Zapflöcher waren zu schmal, einige Zapfen waren kürzer als andere und berechnete Maße stimmten dann doch nicht mehr. Glücklicherweise konnte ich alles noch mehr oder weniger glimpflich ausbessern/pfuschen ohne irgendwelche Teile noch einmal anfertigen zu müssen.
Das Verleimen des Tischgestells musste aus Platzgründen auf der Terrasse stattfinden. Deshalb war Warten auf etwas beständigeres Wetter angesagt.
Als es dann endlich soweit war, kramte ich alle Teile aus dem Keller und machte noch einmal eine finale Passprobe. So konnte ich mir auch alle Teile schon richtig zurechtlegen, damit es beim Verleimen schneller ging. Als Leim hatte ich mich für den Soudal Pro 40P entschieden. Zum einen weil er wasserfest war aber auch weil er aufschäumt und so einiges von meinem Gepfusche retten konnte. Außerdem hatte ich auf einem Blog gelesen (ich glaube, es war Michas Holzblog), dass der 40P eine etwas längere Trockenzeit hat als z.B. der 45P. Das kam mir natürlich zugute, da ich somit alles etwas entspannter miteinander verleimen und festzwingen konnte.



Zum Schluss kamen die Brettchen für die Zwischenetage dran. Die Löcher hatte ich schon vorgebohrt, so dass die Montage sehr schnell ging.
Am Ende stellten wir den Tisch auf unserer Terrasse neben unsere Sitzecke. Denn inzwischen benötigten wir eigentlich keinen Pflanztisch mehr und fanden, dass er sich so sehr gut als Beistelltisch für das nächste Kaffeekränzchen eignete.
Jetzt bin ich froh, dass ich dieses scheinbar endlose Projekt auch endlich abhaken kann. Denn insgesamt hat es sich schließlich über mehrere Jahre hingezogen. Jetzt ist wieder etwas mehr Platz im Keller und ich habe eine Menge gelernt. Zwischendurch hatte ich auch schon oft überlegt, ob ich das Projekt nicht gänzlich über den Haufen werfe und es sein lasse. Aber jetzt ist es fertig und alles Leid ist vergessen :-)
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AntwortenLöschenVielen Dank Felix!
LöschenUnd ich dachte immer um selber Möbel zu bauen muss man ein ausgebildeter Möbelplaner oder Tischler etc sein...Das macht mir Mut für meine Projekte im Frühling:)
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